ARD Doku: eSport – Vom Schmuddelkind zum Shootingstar – Eine Kriktik

Am Samstagabend strahlte die ARD eine knapp 50-minütige Doku über das Phänomen eSport ausgestrahlt. Anfangs dachte ich „Ist doch bestimmt wieder so eine 08/15 Doku über eSport, wo Gamer als abstrakte Wesen betrachtet werden und irgendwelche Experten auftreten, die selber wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben irgendwas gezockt haben.“ Aber ich wurde überrascht, denn diese Doku war anders. Warum, das erklär ich in dem nachfolgenden Absätzen Punkt für Punkt, ohne natürlich zuviel vorwegzunehmen.

Ein Bruch mit Vorurteilen

Für viele Leute in der Gesellschaft ist der Begriff „Gamer“ immer noch mit Vorurteilen behaftet, wie zum Beispiel, dass diese kein Sozialleben haben, unsportlich sind und alle fernab der Realität Leben, als würden sie direkt aus der bekannten Serie „The Big Bang Theory“ stammen. Unterstützt wird dieses falsche Bild häufig durch Berichterstattung mit sogenannten Experten bei denen man als Gamer, und somit als „echter (oder zumindest besserer) Experte“, schnell merkt: „Hey, der der da spricht hat ja gar keine Ahnung.“. Genau dies war auch der Grund, warum ich solchen Dokus und anderen Berichterstattungen mittlerweile eher kritisch gegenüberstehe. Die ARD schafft es bei in ihrer Doku mit diesen Vorurteilen zu brechen indem sie eben nicht auf vermeintliche, sonder auf echte Experten zurückgreift. Diese sind unter anderem Größen der Szene, wie für Dota zum Beispiel Kuro „KuroKy“ Salehi Takhasom von Team Liquid, aber auch große Vereine wie Schalke 04, die in das eSport Geschäft eingestiegen sind und Sportwissenschaftler, die sich speziell mit dem eSport auseinandersetzten. Daher wird diese Doku meiner Meinung nach dem eSport und allen Gamern mehr als gerecht und ist allein deswegen schon eine Empfehlung wert.

eSport ist am Start […] und bald wissen 80 Millionen Menschen, dass es eSport gibt und was es ist.

Der Alltag eines Profi-Gamers

Unter anderem werden eSportler aus verschiedenen Spielen begleitet, darunter auch der schon erwähnte KuroKy, um zu zeigen, wie der Alltag eines Profis aussieht und wie ähnlich dieser doch mit dem Alltag anderer Sportler ist. Auch wird hier verdeutlicht, dass das Profigaming nicht das Zuckerschlecken ist, welches sich viele so vorstellen. Das Reisen um die Welt, der Druck abzuliefern und woran der Erfolg scheitern kann, all das findet sich in der Dokumentation wieder.

eslfrankfurt

Kuro „KuroKy“ Salehi Takhasom bei der ESL Frankfurt

Die Zukunft des eSport – eSport als anerkannter Sport?

Dass der Profi eSport im Verhältnis noch sehr jung ist, wird an einigen Stellen im Film deutlich. Das Ganze wurde mehr oder weniger von den Gamern Stück für Stück selber aufgebaut und so fehlt in einigen Bereichen noch die Professionalität, die in anderen Sportarten gegeben ist. Was ist zum Beispiel die optimale Ernährung für einen Profigamer oder wie könne Gamer schon früh optimal gefördert werden? In der Doku wird gezeigt, wie durch den Einstieg von großen Vereinen wie Schalke 04 und den damit Verbunden Ressourcen, sich ganz neue Möglichkeiten bieten, um genau diese Fragen zu klären und den eSport damit in allen Punkten auf Augenhöhe mit den großen Sportarten zu bringen. Auch Sportwissenschaftler befassen sich mittlerweile mit dem Profi-Gaming und versuchen eine Antwort auf die schon häufig gestellte Frage „Sollte eSport als Sportart anerkannt werden?“ zu liefern. Auch hier wird eine Antwort geliefert, die über das normale „Nein, die schauen doch nur auf Bildschirme und drücken dabei auf ein paar Tasten. Das kann doch jeder.“ hinaus geht und mit wissenschaftlichen Methoden untermauert wird.

Fazit

Wie an früherer Stelle schon erwähnt wird diese Dokumentation dem eSport und allen die damit zu tun haben mehr als gerecht. Sie bietet Außenstehenden einen verständlichen und für jedermann faire Sicht auf das, was uns schon längst begeistert hat. Trotzdem ist sie für Gamer mindestens genauso interessant, denn sie zeigt auch Einblicke in Bereiche, die wir sonst nicht so zu Gesicht bekommen. Auch wird hier mit einem hohem Maß an Professionalität gearbeitet, was die Redner in dem Film angeht. Alle haben auf die eine oder andere Art mit der Materie zu tun und das merkt man. Sowohl für Gamer als auch nicht Gamer kann ich diese Dokumention nur wärmstens empfehlen.

Wenn ich euer Interesse geweckt habe könnt ihr euch die Doku hier anschauen: eSport – Vom Schmuddelkind zum Shootingstar

benluc - Staff aus Mülheim, NRW

e-Sports ist mein liebstes Hobby - allem voran natürlich Dota 2, was mich nun seit gut 4 Jahren in seinen Bann zieht. Twitter: @benluc97

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Comments
benluc
Hey,

die ARD hat am Samstag eine e-Sport Doku ausgestrahlt die ich allen nur ans Herz legen kann. Hier wird wirklich mal mit Leuten vom Fach gesprochen, mit Spielern, Sportwissenschaftlern und anderen Größen der Szene. Unter anderem wird der Alltag von eSport Profis gezeigt, und Sportwissenschaftlich erklärt warum eSport auch Sport ist. Auch zum Suchtpotential gibt es eine interessante Stelle, die mir deutlich kompetenter vorkommt als die Vorschläge aus der Politik derzeit. Dota 2 wird hier überings durch Kuro "KuroKy" Salehi Takhasom von Team Liquid repräsentiert. Ein anderer bekannter Name dürfte für einige auf Daniel Ridwan „Budi“ Budiman von RocketBeans sein.
Naja vielleicht schaut es sich ja jemand an, wenn ja lasst mal hören was ihr von der Doku haltet.
http://www.ardmediathek.de/tv/Sports...entId=38902374

Grüße benluc
benluc
Ich schau mal wegen ner News. Der Titel verwirrt etwas (mich am Anfang auch). Gemeint ist der eSport als Schmuddelkind und nicht die Gamer daher find ich die Metapher doch ganz gut da eSport ja von vielen immer ein wenig schlecht gesehen wird aber sich das in den letzten Jahren ja stark gewandelt hat
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