Die Dota 2 Bots

Jeder, ob er nun Dota2 besitzt oder sich nur darüber informiert hat, wird von den Bots und dem Trainings Modus (Pratice Match) gelesen haben. Im Folgenden wollen wir die Bots nun einmal genauer betrachten und auf ihre Stärken und Schwächen eingehen.

Buster und Elise

Was einem als erstes auffallen wird, wenn man ein Trainings Match gegen Bots bestreiten möchte, ist wohl die Tatsache das man zwar Bots zum Auffüllen der leeren Spielerslots nutzen, diese aber nicht weiter konfigurieren kann. Keine Einstellungen zum Schwierigkeitsgrad, keine Einstellungen dazu wie die Bots picken oder sich auf der Lane verhalten sollen. So ist die Team-Zusammensetzung zwar nie vollkommen sinnfrei, die Bots picken keine 5 Carries, aber auch nie besonders ausgefeilt. Zumindest die Grundlagen der Dota 2 Helden-Rollen sind den Bots insofern bekannt.  Es kann also durchaus vorkommen das den Bots ein Held mit vielen Lebenspunkten fehlt oder das sie auch schon einmal eine Lane nur mit Nahkampfhelden besetzten.

Ebenso wenig hat man Einfluss auf die Namen der Bots. Wo bei Call of Duty: Black Ops beispielsweise Namen aus der Steam-Freundesliste verwendet wurden, da vergibt Dota 2 die Namen zufällig. So spielt man oftmals mit Bots deren Namen futuristisch anmuten, wie zum Beispiel Buster oder im Gegensatz schon altertümlich wirken. Nicht wahr Elise?

Von Feedern und Teamfights

Die Lane-Wahl der Bots ist vollkommen willkürlich. Die ersten beiden Bots im Team gehen meist nach oben, der Dritte auf die MidLane und der letzte Bot wird die untere Lane wählen (alle Angaben für die Sentinel-Seite). Jedoch lassen die Bots, obwohl sie direkt nach dem Picken loslaufen, dem Spieler die Lanewahl. Will man unbedingt auf die MidLane so wird der dortige Bot die Lane wechseln sobald man sich ihm nähert. Dagegen durchaus gelungen ist das Laning-Verhalten welches man den Bots mit auf den Weg gegeben hab. Nicht mehr so defensiv wie in den alten DotAAi Karten, aber immer noch vorsichtig genug um nicht direkt angegriffen werden zu können. Ebenfalls versuchen die KI-Kollegen möglichst oben auf der Klippe zu stehen (MidLane) oder sich auf den SideLanes im Schatten zu halten.

Zumindest in den ersten Spielminuten klappt das ausgesprochen gut, besonders umso näher sie am eigenen Tower stehen. Zwischenzeitlich neigen sie jedoch zu Ausfällen. Laufen mal in den Gegner hinein oder gehen zu spät zurück wenn der Gegner sich auf sie zu bewegt. In Verbindung mit dem ausgesprochenen aggressiven Gank-Verhalten das die Bots ab einem Punkt im Spiel entwickeln, sorgt das dafür das sich die KI stellenweise relativ leicht hopps nehmen lässt. Aber auch der Spieler sollte aufpassen, besonders wenn man nicht viel Erfahrung mit dem Spiel hat, denn die Bots neigen dazu auch schon einmal  dazu mit dem gesamten Team über die Karte zu spazieren.

Springende Steine und schnelle Jungfrauen

Diese Unterschiede zwischen sinnvollem Verhalten und Absurdität ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Punkte die man bei den Bots ansprechen kann. Ebenso verhält es sich auch bei den Items die die Bots kaufen. Oft kaufen die Bots Items, die zu ihrem Helden passen wie zum Beispiel ein Yasha auf Juggernaut oder für den Helden unabdingbar wichtig sind, wie Dagger auf Tiny. Ebenso kann es aber auch vorkommen das die KI ihr Geld schlecht investiert und beispielsweise als erstes Item mit der Crystal Maiden Phase Boots kauft. Jedoch nutzen die Bots ihre Items, egal ob sie nun sinnvoll sind oder nicht, immer richtig aus. So wird der Tidehunter sobald er seinen Dagger hat sich in den hinteren Reihen halten um zum richtigen Zeitpunkt in den Teamfight zu springen oder bei Ganks zielsicher initiaten. Auch von anderen Items wird Gebraucht gemacht. Sniper stellt seine Power Treats auf der Lane auf Beweglichkeit um besser farmen zu können und wenn er gegankt wird zurück auf Stärke für mehr Lebenspunkte.

Kein verschwendetes Mana, sonst bin ich raus

Ähnlich wie bei der Verwendung der Items halten die KI-Spieler es auch mit ihren Zaubern. Sie verwenden ihre Fähigkeiten ausschließlich auf den Spieler oder andere Bots. Diese Geziertheit endet wenn es um die Verteidigung der eigenen Basis oder um einer größere Creep-Welle geht. So verwenden die Bots Spells mit AoE gerne zum Verteidigen oder zum abfarmen einer Creepwave, aber nie wenn es keinen Effekt hätte. Dies wird wohl vor allem Kenner der alten DotAAi Karten freuen, denn dort war es Gang und Gebe das so mancher Zauber auf neutrale Creeps verwendet wurde, auch wenn es keinen Sinn hatte.

Sollte ein Bot doch einmal kein Mana oder keine Lebenspunkte mehr haben, so gibt er das im Chat bekannt. „I’m outheißt es dann auf Englisch oder für die Besitzer der deutschen Version „Ich bin raus“. Insgesamt sind die computergesteuerten Mitspieler sehr Chat freudig. So gut wie jede Aktion geben sie im Chat bekannt. Sei es nun der oben erwähnt Rückzug aus dem Kampf, der Wechsel von einer Lane auf eine andere um zu verteidigen oder zu pushen oder der Versuch einen Gank auf einen Gegner durchzuführen.

Für Anfänger eine Herausforderung

Alles in allem machen die Bots einen ordentlichen Eindruck. Nicht alles was sie tun macht Sinn, aber das kann man selbst bei menschlichen Mitspielern nicht immer erwarten. Wer jedoch neu mit Dota 2 anfängt, Kenner von HoN, LoL & DotA eher weniger, wird in den Bots für die ersten Spieler einer Herausforderung finden. Besonders durch ihr ausgeprägtes Zusammenspiel, wenn sie ganken oder in einen Teamfight geraten wird so mancher Anfänger anfangs Probleme haben.

Kenner des Spiels werden jedoch schnell ein, zwei entscheidende Schwachstellen ausmachen können. Zum einen sei die Tatsache genannt das sich die KI schnell ausfarmen lässt. Wer es schafft mit seinem Helden sicher in der Mitte zu spielen und farmen zu können wird schnell mehr Gold und Ausrüstung haben als die Bots auf der Gegenseite. Dazu kommt das sich die Bots von einem menschlichen Spieler leichter ganken lassen als von ihres gleichen. Hat man es einmal geschafft auf der Mitte Farm zu bekommen und Level 6 zu erreichen zu lassen sich die nächsten zwei bis drei Minuten sicher damit zubringen einer paar Kills auf das eigene Konto zu laden.

Fazit

Super für den Anfang, nett wenn man noch Helden ausprobieren will, aber wenig spannend wenn man das Spiel bereits kann.