Valve und Blizzard – Der Konkurrenzkampf

Valve und Blizzard zwei der weltweit größten und erfolgreichsten Spiele-Entwickler-Firmen. Obwohl man meinen sollte, dass beide einiges gemeinsam haben, mochten sich die Konkurrenten noch nie. Schon sehr viel früher gab es Rechtsstreitigkeiten (Valve-Klage), Klagen und noch mehr dergleichen. Daher ist es nun eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, dass die alte Feindschaft der beiden Firmen wieder aufflammt, als Valve am 13.10.2010 offiziell bekannt gibt, dass der Nachfolger von DotA, Dota 2, in der Entwicklung sei.

Woher kommt DotA eigentlich? DotA entstand, wie wohl vielen bekannt sein wird, als Funmap – auch Mod genannt – von dem Strategiespiel Warcraft III, welches wiederum von Blizzard entwickelt wurde. Eher weniger verbreitet dürfte es sein, dass es eigentlich nicht Icefrog war, der die Idee dazu hatte, sondern ein Modder namens „Eul„. (Ok, genau genommen gab es auch schon in Starcraft Maps mit dem selbem Spielprinzip, aber wir wollen mal nicht zu kleinlich sein) Statt, wie in dem Original von Blizzard, eine recht hohe Anzahl von Einheiten zu kontrollieren, beschränkt sich DotA bekanntermaßen auf eine einzige Einheit, richtiger gesagt, auf einen Helden. Die Namensgebung ergibt sich ganz simpel aus dem Spielprinzip: „Ancient“ ist das feindliche Gebäude, welches es zu zerstören gilt, was auch heißt, dass man sein eigenes zu verteidigen hat. Defense of the Ancients ward geboren. Nichts weltbewegendes könnte man meinen. Und dennoch begeisterte es Millionen von Spielern, viele professionelle Teams entstanden, Turniere mit Preisgeldern häuften sich – kurz gesagt, DotA wurde zu dem, wie wir es heute kennen.

Valve vs. BlizzardNach Eul übernahm der mittlerweile bekannte Icefrog DotA, führte es jahrelang weiter und verbesserte es. Später entstanden dann auch die Konkurrenzspiele League of Legends, Heroes of Newerth und Demigod. Alle basieren auf dem Original DotA, besaßen das selbe Spielprinzip und implementierten teilweise die Sachen so, wie sie bereits in DotA vorhanden waren. Eine etwas andere Graphik, ein paar – mehr oder weniger, das hängt dann von dem Spiel ab, mehr dazu findet ihr auch in unserer Kolumne – geänderte Kleinigkeiten und fertig ist das Spiel. Aber ist das eigentlich erlaubt? Mit der Idee der Konkurrenz sein eigenes Werk (in diesem Falle, Spiel) aufzustellen?

„Wir sind in der Firma große ‚DotA‘-Fans“, meint Erik Johnson, seines Zeichens Projektmanager von DotA 2, von Valve. Desweiteren versichert Gabe Newell (Geschäftsführer): „Wir nehmen niemandem etwas weg.“ Schließlich entwickle man nur DotA in Kooperation mit dem derzeitigem Kopf Icefrog weiter und binde sogar Fans und deren Feedback in die Entwicklung ein. Das ist zwar alles schön und gut, aber Blizzard sieht das aus einer gänzlich anderen Perspektive. Da DotA gewissermaßen eine Mod zu Warcraft, dem von Blizzard entwickelten Spiel, ist, sehen sie sich gewissermaßen auch als Besitzer von DotA. Immerhin wird man dazu verpflichtet Warcraft zu kaufen, selbst wenn man eigentlich nur an der DotA-Mod Interesse hat. Auch plant Blizzard ein eigenes DotA, schon allein, um den Markt nicht zur Gänze an Valve abtreten zu müssen.

Allerdings sieht es da nicht allzu rosig für Blizzard aus. Denn Valve hat sich gewisse Schutzrechte für den Namen „DotA“ gesichert. Bei diesem Schritt sind die werten Herren etwas rot angelaufen, mehr als Kritik haben sie jedoch nicht Zustande gebracht. „Es erscheint mir einfach nur als ein wirklich befremdlicher Schritt von Valve, zu versuchen, ein exklusives Markenrecht an etwas zu erwirken, das bislang für uns und jeden innerhalb der Warcraft III-Community frei zugänglich war“, so Pardo, Lead Designer von Blizzard. Eine Klage seitens Blizzard wurde bisher noch nicht eingereicht, aber was noch nicht ist, kann noch werden. Derzeit möchte man noch keine offizielle Stellungnahme nehmen, ob es eine Namensrechtklage bezüglich der DotA Entwicklung seitens Blizzard geben wird. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt …