Vertreibt Trump den eSport nach Europa?

Vertreibt Trump den eSport nach Europa? Diese Frage mag dem ein oder anderem vielleicht erst einmal komische erscheinen, denn was soll der neue US Präsident bitteschön mit eSport am Hut haben?
Geht er etwa jetzt auch noch davon aus das alle Gamer potenzielle Amokläufer sind und möchte deswegen eSport per Dekret verbieten lassen? Nein, ganz so ist es dann doch nicht. Jedoch bestehen viele der Teams aus international zusammengemischten Gruppen, darunter eben auch einige Spieler, die von Trumps „Muslim Ban“ betroffen waren und es bei einem erneutem Dekret auch wieder wären.

Unter anderem gehören dazu Spieler wie Syed „SumaiL“ Hassan, der 2015 mit EG „The International“ gewann oder aber auch der deutsche Kuro „KuroKy“ Salehi Takhasomi von Team Liquid, der neben seiner deutschen, auch eine iranische Staatsbürgerschaft besitzt.

Syed „SumaiL“ Hassan (unten Links) beim gewinn der TI5 mit seinem Team EG

Teams mit betroffenen Spielern hätten einen riesigen Nachteil

Viele der großen eSports Turniere finden auf amerikanischem Boden statt. Alleine für Dota waren es im letzten Jahr z.B. die ESL New York, The Summit, das Boston Major und das mit Abstand höchst dotierte Turnier im eSport „The International“. Zwar wurde Trumps erster „Muslim Ban“ schon von einem Gericht in San Francisco kassiert, doch hat dieser schon eine neue überarbeitete Version angekündigt.

Selbst wenn dieses auch nicht standhalten sollte, so ist mit großer Sicherheit aber davon auszugehen das die Einreisebedingungen trotzdem verschäft werden. Zwar gelten eSportler in den USA schon seit 2014 offiziell als Athleten, was prinzipiell die Einreise erleichtert, doch können sich immer noch viele nichts unter der Tätigkeit als professioneller Gamer vorstellen. Diese Tatsche erschwerte schon in der Vergangenheit des Öfteren den Erhalt einer Arbeitserlaubnis für manche Spieler, weswegen sich Valve bereits schon mehrmals direkt an führende US Politiker wandte. Damals konnten die Probleme meist kurzfristig noch geklärt werden, doch mit den neuen Einreisebestimmungen sieht dies anders aus. So muss damit gerechnet werden, dass einigen Spielern die Einreise in die USA für wichtige Turniere verwehrt wird.
Die aus 5 Spielern bestehenden Teams müssten also mit einem Ersatzspieler spielen. Das dies meistens einen riesigen Nachteil bedeutet, ist immer wieder zu erkennen, wenn mal ein Spieler krank ist und ersetzt werden muss.

Die Entwicklung ist besorgniserregend für uns.

-Erik Johnson, Dota2 Entwickler

Turniere werden auf jeden Fall stattfinden

Valve war bislang immer sehr bemüht darum das möglichst jeder für das Turnier zugelassene Spieler auch ein Visum bekommt und daran soll sich auch nichts ändern. So sagte Erik Johnson -ein Valve Mitarbeiter im Bereich der Entwicklung von Dota2- , angesprochen auf „The Internationals“ die die letzten Jahre immer in Seattle stattfanden:

Das Event wird auf jeden Fall stattfinden, aber wenn es zu schwer werde, für einzelne Spieler ein Visum zu bekommen, müsste man eben einen anderen Weg finden.

Übersetzt dürfte das bedeuten, dass man das Turnier notfalls halt woanders stattfinden ließe. Auch andere von Valve veranstaltete Turniere könnten dem folgen, so währe es wohl sehr unwahrscheinlich, dass man weitere Majors in den USA ausrichten würde.
Ähnlich sähe es wohl bei anderen Games aus, wie z.B. dem ebenfalls von Valve entwickeltem Counterstrike oder League of Legends von Riot Games.

Mehr Veranstaltungen in Deutschland?

Wenn die Veranstaltungen in den USA nicht mehr stattfinden könnten, so wäre es denkbar, dass viele davon nach Europa verlagert werden. Grade Deutschland hätte gute Chancen wieder mal ein Major zu bekommen oder neben der ESL One Hamburg und Köln, noch andere große Turniere auszurichten.

Dass wir es könnten, haben wir in den letzten Jahren ja schon unter Beweis stellen dürfen. Denkbar wären aber auch Veranstaltungen in Osteuropa, Skandinavien oder Russland, aber auch eine Verlagerung einiger Events in den asiatischen Raum wäre möglich.

benluc - Staff aus Mülheim, NRW

e-Sports ist mein liebstes Hobby - allem voran natürlich Dota 2, was mich nun seit gut 4 Jahren in seinen Bann zieht. Twitter: @benluc97

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Comments
benluc
Sorry aber ganz so einfach isses dann nich. Schauen wir mal aufs Datum stellen wir fest, dass der Artikel am 31.01 geschrieben wurde. Die Ausagen von Erik Johnson auf die ich mich im Artikel beziehe fielen aber erst über eine Woche später. Ebenfalls äußerte sich auch Gaben Newell höchst persönlich zu diesem Thema und auch diese Aussagen fielen später. Ich denke die beiden Herren würden sich nicht so äußern wenn sie wüssten das es keine Probleme gibt. Weiterhin muss man sagen, dass es teilweise auch vorher schon Probleme mit den Visa gab. Dort zählten die eSportler auch schon als Athleten, trotzdem bearbeitet den Antrag immer noch ein Mensch der keine Ahnung davon hat wesswegen er das Visa dann trotzdem verweigert. Auch muss man sagen dass das IOC bislang den eSport nicht vertritt. Nur weil diese offiziell in den USA als Athleten gelten muss das IOC das nicht genauso sehen, genauso wenig wie Trump eSportler als Athleten ansehen muss. Und abschließend muss ich noch vortragen dass sich durchaus schon Probleme angedeutet haben als das Dekret noch nicht kassiert war. Einige Spieler hätten nicht an Turnieren teilnehmen können weil sie dafür entweder in die USA mussten oder diese verlassen und im Nachhinein nicht zurückgekommen wären. Das ganze gilt natürlich nicht nur für Dota sondern den gesamten eSport.
Tisa


Sorry aber das musste jetzt sein
benluc
Ups da meinte ich natürlich den 31.01 ^^ kleiner Tippfehler, habe ich oben natürlich editiert. Damit back to topic pls
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